Mit den
Worten „Reiht euch ein, wir ziehen gemeinsam durch!“ endete letzte Woche der
Trikot-Aufruf für das Auswärtsspiel in Kiel und nun gibt es in Anbetracht der
letzten vor uns liegenden Meter wohl keine besseren und treffenderen Worte der
Motivation als diese, um es am Sonntag gemeinsam und erfolgreich ins Ziel zu
schaffen!
Clubfans – reiht euch ein, wir ziehen
gemeinsam durch!
Wir blicken
nicht auf die Konkurrenz, wir bleiben vollständig auf unseren eigenen Erfolg
fokussiert und so rufen wir alle Clubfans auf, einmal mehr zu Tausenden über
die Elbbrücken in Richtung Heinz-Krügel-Stadion zu ziehen. Kommt zum
Treffpunkt, marschiert gemeinsam vom Damaschkeplatz im Herzen der Stadt hinüber
nach Ostelbien oder schließt euch gerne auch unterwegs an!
Wichtig ist
nur, dass ihr euch anschließt, dass wir die Einheit von der Straße auf die
Ränge tragen und am Sonntag das große Ziel erreichen!
Kommt zum Fanmarsch! Wir haben es in
der eigenen Hand!
Treffpunkt: 12:30 Uhr Damaschkeplatz
Abmarsch:
12:45 Uhr
Der Heimsieg gegen die Berliner Hertha hat unseren 1. FC Magdeburg
ein großes Stück in Richtung Klassenerhalt gebracht. Nun gilt es den Schwung
mit nach Kiel zu nehmen und dort erneut alles für das große Ziel zu geben.
Im Kieler Gästeblock wollen wir am Samstag gemeinsam und voller
Stolz das Wappen unseres Vereins auf der Brust tragen. Es braucht keine großen
Worte, jeder weiß worauf es ankommt und was auf dem Spiel steht. Reiht euch alle
ein, wir ziehen gemeinsam durch!
ALLE IM TRIKOT NACH KIEL!
Etwas mehr als einen Monat ist es noch hin, bis die nächste
Innenministerkonferenz in Hamburg tagt – und wir müssen noch immer davon
berichten, dass die nach der letzten IMK versprochene Transparenz Fehlanzeige
bleibt.
Was genau auf der Agenda stehen wird, ist entsprechend nicht klar – die
Erfahrungen der letzten IMK, die Drohungen der Politik gegenüber Vereinen und
Verbänden, unterwürfige Verbände sowie die besorgniserregende Zunahme von
Polizeigewalt und rechtswidrigen Maßnahmen gegen Fußballfans lassen uns allerdings
wenig hoffnungsfroh sein. Während manche Innenminister und die Polizei daran zu
arbeiten scheinen, Fanszenen zu spalten und eine Unterscheidung von „guten“ und
„schlechten“ Fans zu konstruieren, möchten wir also diese heiße Phase der
Saison nutzen, um erneut deutlich zu machen: Wir lassen uns nicht
spalten! Seit dem letzten Jahr drücken gewisse Politiker den Vereinen und
Verbänden die Pistole auf die Brust und drohen mit harten Mitteln, sollten sie
ihren Forderungen nicht nachkommen. Dabei ist unter anderem die Rede von
Lizenzentzügen, von Übertragung der Polizeikosten auf die Vereine sowie von
personalisierten Tickets. Maßnahmen also, die die Vereine in die Knie zwingen
und finanziell bedrohen können. Stellt euch vor, eurem Lieblingsverein wird die
Lizenz für den Spielort des Stadions entzogen – oder zumindest für den
Gästeblock! Wie sehr das Fehlen von Gästefans das Stadionerlebnis
beeinträchtigen kann, ist bereits in vielen Ländern zu beobachten. Zustände,
die wir uns nicht herbeiwünschen – gerade, wenn wir selbst als Auswärtsfahrer
betroffen wären.
An
dieser Stelle müssen auch die Verbände explizit angesprochen werden: DFB und
DFL sonnen sich in schönen Bildern und vollen Stadien, die die Fanszenen ihnen
Jahr für Jahr von Bundesliga bis in die unteren Ligen servieren. Dass für die
Fans, für das besondere Stadionerlebnis in Deutschland und gegen willkürliche
Maßnahmen ihre starken Stimmen erhoben werden, ist von den Verbänden
erwartungsgemäß nicht zu vernehmen. Stattdessen wird eifrig den populistischen
Forderungen gefolgt und an einer völlig undurchsichtigen zentralen
SV-Kommission gearbeitet.
Die DFL sowie der DFB scheinen sich von diesen Drohgebärden einschüchtern zu
lassen und vor dem Populismus der Politik einzuknicken. Sie scheinen bereit,
unnötig repressive Maßnahmen wie die Verschärfung der
Stadionverbots-Richtlinien durchzuwinken, um „schlimmere Übel“ abzuwenden. Die
Verschärfungen eben dieser Richtlinien gehen also auch klar auf das Konto der Verbände,
die weder ihren Vereinen Rückhalt bieten noch den wirtschaftlichen Faktor von
aktiver sowie lebendiger Fankultur berücksichtigen zu wollen. Und das alles
wegen einer hochstilisierten Gefahrenlage in deutschen Fußballstadien.
Es
erschließt sich uns zudem auch sechs Monate nach der letzten IMK nicht, weshalb
diejenigen Politiker, die sich mit der inneren Sicherheit Deutschlands
beschäftigen sollen, überhaupt über den Fußball sprechen. Die
herbeifantasierten Schreckgespenster gefährlicher Stadien wurden doch bereits
im Vorfeld der letzten IMK entzaubert! Weshalb also wollen gewisse
Innenminister das bunte und lebendige Stadionerlebnis durch repressive,
rechtlich fragwürdige Maßnahmen aufs Spiel setzen? Weshalb
wollen sie das Risiko in Kauf nehmen, Vereine finanziell zu ruinieren und
Fankultur zu beerdigen?
Die realitätsfremden Wahrnehmungen von Politikern, die selten bis nie einen Fuß
in unsere Stadien gesetzt haben, können nicht unwidersprochen bleiben. Wir Fans
wissen, wie die Realität aussieht: der Fußball ist nach wie vor sicher und
gleichzeitig braucht das Stadionerlebnis die lebendige Fankultur!
Die Zahlen der tatsächlich gefährlichen Vorfälle in Stadien sind so
verschwindend gering, dass sie dieses Maßnahmenpaket niemals rechtfertigen können.
Lasst
uns ihnen gemeinsam zeigen, was wir davon halten – wir lassen uns nicht
spalten!
Fanszenen Deutschlands – Mai 2026
Sowohl auf den Rängen als auch auf dem Rasen haben Fans und Mannschaft gemeinsam den Abstiegskampf angenommen und in den letzten Wochen einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Nun steht der Saisonendspurt bevor und auch aus Nürnberg wollen wir am Sonntag 3 Punkte mit an die Elbe nehmen. Wir gehen das Auswärtsspiel in Franken erneut unter dem Motto „WER LIEBT – DER GLAUBT“ an und wollen mit einer einfachen aber aussagekräftigen Aktion als feste Einheit hinter unserer Mannschaft stehen.
Streift euch am Sonntag ein blaues Oberteil über. Ganz egal ob Jacke, Pullover, T-Shirt oder Trikot – blau muss es sein, damit wir im gesamten Gästeblock nicht nur akustisch, sondern auch optisch ein einheitliches und starkes Bild ergeben. Wir glauben gemeinsam an den Klassenerhalt, also macht alle mit und reiht euch ein!
ALLE IN BLAU NACH NÜRNBERG!
1. FC MAGDEBURG – WER LIEBT, DER GLAUBT!
In der Länderspielpause kamen am 28. März 2026, Vertreter von über 50
Fanszenen aus dem gesamten Bundesgebiet in Berlin zusammen, um sich unter
anderem über den Eskalationskurs der Innenministerkonferenz und der
Sportministerkonferenz zu beraten. Auch Fanszenen, die aufgrund des
Spielbetriebs unterhalb der dritten Liga nicht dabei waren, stehen inhaltlich
hinter dieser Stellungnahme.
Die letzte IMK im Dezember 2025 hat durch ihren Populismus und ihre
Repressionsideen für deutsche Stadien für Aufruhr gesorgt – ihr erinnert euch!
Die nächste IMK ist bereits für Juni 2026 angesetzt. Eine gute Gelegenheit
also, auf den aktuellen Stand zu blicken, denn: Die aktuelle Entwicklung in
deutschen Stadien ist alarmierend! Immer öfter werden Stadionbesucher zu Opfern
unverhältnismäßiger Polizeigewalt.
Dies zeigt sich eindeutig seit einigen Jahren und ganz speziell eindrücklich
seit Beginn des Jahres 2026. Bei den Spielen Borussia Dortmund gegen FC Bayern
München, Hertha BSC gegen FC Schalke 04 und VfL Wolfsburg gegen Werder Bremen
kam es zu zahlreichen zum Teil schwer verletzten Fans. Deutlich wird dies aber
auch durch diverse Fanszenen, die mit fadenscheinigen Begründungen auf der
Anreise zu ihren Auswärtsspielen zurückgeschickt und hiermit massiv in ihrer
Bewegungsfreiheit eingeschränkt wurden. Aktuell vergeht kaum ein Wochenende
ohne einen solchen Skandal. Den Tiefpunkt dieser Entwicklung stellt die
hundertfach verhinderte Ausreise von Anhängern von Borussia Dortmund zum
Champions League-Spiel bei Atalanta Bergamo durch die Bundespolizei dar. Die
zugunsten der Fans entschiedenen Eilverfahren zeigen wiederholt sehr deutlich,
dass die Polizei sich im Umgang mit Fußballfans nicht an Recht und Gesetz
gebunden sieht!
Böse Zungen behaupten, dass diese jüngste Gewalteskalation seitens der Polizei
kein Zufall sein kann. Auch wir sehen sie als systematischen Teil einer
arglistigen Strategie der Hardliner aus Innen- und Polizeibehörden mit Blick
auf die kommende IMK sowie im Zuge der derzeit stattfindenden
Geheimverhandlungen zur Verschärfung der Stadionverbots-Richtlinien. Das Kalkül
dahinter scheint so perfide wie offensichtlich: Möglichst schockierende Bilder
und Schlagzeilen sollen das politik- und polizeieigene Narrativ, die Stadien
seien nicht sicher, Woche für Woche unterfüttern. In dem Wissen, dass die seit
Jahren rückläufigen polizeieigenen Zahlen keinerlei Verschärfung rechtfertigen
(woran die IMK im letzten Jahr immer wieder erinnert werden musste), werden die
eigenen ohnehin fragwürdigen Statistiken der ZIS nun künstlich in die Höhe
getrieben.
Das Ziel der Protagonisten in den Innenbehörden scheint klar: Die Verbände DFB
und DFL sollen in den Verhandlungen unter maximalen Druck gesetzt werden,
zuletzt geschehen mit der erstmals öffentlich geäußerten Drohung der Weitergabe
der Polizeikosten durch Herbert Reul und Armin Schuster, wenn die Forderungen
der Politik nicht erfüllt werden. Dass aufgrund dieser rücksichtslosen
Strategie eine Vielzahl von Fußballfans fernab jeder Verhältnismäßigkeit und
Rechtsstaatlichkeit mutwillig und zum Teil schwer verletzt wird, nehmen Polizei
und Politik billigend in Kauf. Der Dachverband der Fanhilfen hat in seiner
Stellungnahme vom 18. März 2026 die deutliche Zunahme gewalttätiger
Polizeieinsätze in der laufenden Saison 2025/2026 dokumentiert. Die Anzahl
gewalttätiger Eskalationen durch die Polizei überstieg schon im März die
Gesamtzahl vorangegangener Spielzeiten.
Doch auch abseits dieser beobachtbaren polizeilichen Eskalation muss davon
ausgegangen werden, dass die Politik den Verbänden druckvoll im Nacken sitzt.
Das wird sichtbar, da DFL, DFB und Innenpolitik trotz vollmundiger
Transparenzversprechen in der Öffentlichkeit nunmehr seit weiteren vier Monaten
in Hinterzimmergesprächen an Verschärfungen der Stadionverbots-Richtlinien
schrauben und dabei jegliche Faninteressen und Expertenmeinungen
unberücksichtigt lassen.
Im Halbzeitfazit müssen wir daher leider feststellen, dass Politik, Polizei und
scheinbar auch die Verbände aus dem letzten Jahr nichts gelernt haben und
denken, sie können die gleiche Suppe nochmal kochen – und das noch schärfer
gewürzt! Scheinbar müssen wir also wieder laut werden, um für Gerechtigkeit
einzutreten, ihren Populismus zu entlarven und ihre perfiden Strategien zu
kritisieren!
Daher fordern wir:
1) Verschärfung der Stadionverbots-Richtlinien stoppen!
Unter dem Deckmantel einer einheitlichen Vergabe von Stadionverboten soll eine
„Fachaufsicht“ bzw. „Zentrale Stadionverbotskommission“ eingeführt werden,
welche den lokalen Strukturen gegenüber weisungsbefugt ist. Diese Fachaufsicht
soll auch als Beschwerdestelle für die Polizei fungieren, sollte diese mit den
Entscheidungen auf lokaler Ebene unzufrieden sein.
Damit gibt man den Polizeibehörden ein weiteres mächtiges Repressionswerkzeug
an die Hand – jenen Polizeibehörden, die nicht davor zurückschrecken,
Fußballfans schwer zu verletzen, nur um die eigene Agenda durchzudrücken. Wir
sagen: Der Repressionswahnsinn gepaart mit der starken Zunahme willkürlicher
und gewalttätiger Polizeieinsätze in deutschen Stadien zeigt, dass die
Stadionverbots-Richtlinien nicht verschärft werden dürfen, denn die bewusste
Eskalationsstrategie der Innenministerkonferenz darf nicht belohnt werden!
2) Verbände: Transparenz und Faninteressen jetzt!
DFB und DFL dürfen ihre Entscheidungen nicht länger im Geheimen treffen. Wir
fordern endlich eine offene und transparente Diskussion unter Wahrung der
bestehenden Faninteressen. Ein Stopp der derzeitigen Geheimverhandlungen und
eine Neuaufnahme eines Dialogs, welcher seinen Namen auch wirklich verdient,
führt nicht nur zu mehr Akzeptanz, sondern bietet den Funktionären von DFB und
DFL auch eine Chance, sich diesem massiven Druck seitens der Innenministerien
zu widersetzen. Wir erwarten, dass DFB und DFL von dieser Möglichkeit Gebrauch
machen.
3) Unabhängige Ermittlungsstellen!
Vereine und Verbände müssen den Aufbau unabhängiger Ermittlungsstellen nach
dänischem Vorbild für die Aufklärung von übermäßiger Polizeigewalt öffentlich
unterstützen – zum Schutz hunderttausender Fans, die Woche für Woche deutsche
Fußballstadien besuchen. Die bundesweite Eskalationsstrategie der Polizei hat
beispielsweise im Olympiastadion und im Westfalenstadion bewiesen:
Polizeigewalt kann jeden Stadiongänger treffen.
4) Innenpolitik: Sachargumente statt Populismus!
Abgesehen von eskalierenden Polizeieinheiten ist der Fußball sicher. Es ist
Zeit, sich endlich damit abzufinden! Es gibt keine Datengrundlage für den Kurs
der Innenministerien, weshalb die Polizei nun bundesweit angehalten scheint,
die Verletztenzahlen der ZIS-Statistik – aus Sicht der Innenminister „endlich“
– wieder nach oben zu treiben. Jeglicher Realität entbehrende Zerrbilder, etwa
dass jedes Wochenende Spiele wegen Pyrotechnik unterbrochen und Menschen
hierdurch verletzt würden, haben einer Versachlichung der Debatte zu weichen.
Wir sind es leid, für populistische Forderungen herzuhalten, das Testobjekt für
neue Repressionsmaßnahmen zu sein und uns unsere Fankultur und ihre Stilmittel
von Innenministern und Polizeigewerkschaftern „erklären“ zu lassen.
Fanszenen Deutschlands im April 2026